Bachelor

Heilpädagogik / Inclusive Education

Heilpädagogik: Die Profession der Inklusion und Förderung

In Wissenschaft und Lehre sowie in der beruflichen Praxis ist die Heilpädagogik / Inclusive Education bestrebt, Menschen mit Exklusionsrisiken in ihrem sozialen Umfeld kompetent zu beraten, zu bilden, zu begleiten und zu fördern. Unter den aktuellen Anforderungen des 21. Jahrhunderts versteht sich die Heilpädagogik / Inclusive Education als Menschenrechtsprofession, die zur Realisierung von Selbstbestimmung, Menschenwürde und Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen beiträgt. Sie entwickelt Analyse- und Reflexionskompetenzen, um Gefährdungen und Barrieren der Inklusion und Partizipation zu erkennen und abzubauen und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe zu erweitern.  

Der Studiengang Heilpädagogik / Inclusive Education wird an der KH Freiburg in konsekutiver Form angeboten: der sieben-semestrige B.A.-Studiengang Heilpädagogik / Inclusive Education schließt mit dem „Bachelor of Arts“ ab. Der Studiengang umfasst 210 ECTS-Punkte. Mit dem Abschluss verleiht die Hochschule auch die staatliche Anerkennung.

In dem Masterstudiengang Klinische Heilpädagogik  kann (in einem Umfang von 90 ECTS-Punkten) anschließend der Abschluss „Master of Arts“ erworben werden, entweder in einer dreisemestrigen Vollzeit- oder einer fünfsemestrigen Teilzeitform.


Profil des Studiengangs

In Forschung, Lehre und Praxis ist die Heilpädagogik als inklusive Pädagogik an der Katholischen Hochschule Freiburg folgenden Leitgedanken verpflichtet:

  • der Wertschätzung der Unterschiedlichkeit und Vielfalt menschlichen Lebens
  • der rechtlichen Gleichstellung aller Menschen
  • der Selbstbestimmung und Orientierung an den Ressourcen des einzelnen Menschen und seines sozialen Umfeldes
  • der Inklusion und Partizipation, also der Möglichkeit zur Teilhabe und Mitgestaltung in allen Aspekten menschlichen Lebens, vor allem in den Bereichen Bildung, Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Freizeit, Kultur und Politik.
  • der Lebenswelt- und der Sozialraumorientierung
  • der Prävention und Rehabilitation

 

Die Heilpädagogik / Inclusive Education verknüpft ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit den Wissensbeständen ihrer Bezugswissenschaften Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Ethik, Recht und Medizin. Sie bezieht sich auf den gesamten Lebenslauf, auf die unterschiedlichen Lebensphasen, Lebenslagen und Lebensbereiche.

Im Verlaufe des B.A.-Studiums entwickeln und erweitern die Studierenden der Heilpädagogik / Inclusive Education eine reflektierte berufliche Identität und ein ethisch fundiertes Bewusstsein der verschiedenen Dimensionen von Inklusion und Exklusion (Gender, Alter, Sprache, Religion, Kultur, sozio-ökonomische Lebenslagen, Beeinträchtigungen und Behinderungen, sexuelle Orientierung und weitere Dimensionen). Dies beinhaltet Kompetenzen wie Empathiefähigkeit, Sensibilität, Toleranz, Kritikfähigkeit, Selbst- und Fremdreflexion, Fähigkeit zur professionellen Beziehungsgestaltung und zur Balancierung von Nähe und Distanz, Befähigung zur Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit.

Das B.A.-Studium der Heilpädagogik / Inclusive Education ist an der Katholischen Hochschule Freiburg so angelegt, dass einerseits heilpädagogische Erkenntnisse und Anwendungsfelder in ihrer ganzen Bandbreite thematisiert werden; andererseits können die Studierenden im Verlaufe des Studiums in angebotenen Vertiefungsbereichen ein eigenes Kompetenzprofil in methodischen Ansätzen und Konzepten der Heilpädagogik entwickeln.

 

Innerhalb des Bachelorstudiengangs können unterschiedliche Bereiche für die spezifischen Arbeits- und Handlungsfelder der Heilpädagogik vertieft werden. Im Studienverlauf können die Studierenden im Rahmen von Wahlpflichtveranstaltungen diese Vertiefungsbereiche selbst wählen, beispielsweise:

  •     Körper- und bewegungsorientierte Ansätze
  •     Heilpädagogische Entwicklungsförderung
  •     Heilpädagogische Kunsttherapie
  •     Heilpädagogische Spieltherapie
  •     Beratung, Bildung und Partizipation
  •     Unterstützte Kommunikation

 

Das B.A.-Studium beginnt mit einer Studieneingangsphase, in der sich die Studierenden die Felder der Heilpädagogik in Praxis und Theorie erschließen, Konzepte der Heilpädagogik kennenlernen sowie Grundlagen der Bezugswissenschaften erarbeiten.

Im 3. Semester, dem praktischen Studiensemester, sind pädagogische Tätigkeiten in einer  Einrichtung der Berufspraxis über mindestens 20 Wochen im Umfang tarifüblicher Arbeitszeit zu leisten. Das Praxissemester ist an einer Praxisstelle (regional, bundesweit oder auch international) zu absolvieren, das in ausreichendem Maß den Zielen, Inhalten und Methoden der Heilpädagogik / Inclusive Education entspricht.

Im 4. und 5. Semester wird in den Modulen: Beratung, Diagnostik und Methoden der Heilpädagogik das notwendige Fachwissen vertieft. Der Erwerb von Forschungskompetenzen wird in Seminaren in Empirischer Sozialforschung sowie in konkreten Lehr-Forschungsprojekten geleistet. Wechselnde Themen, aus denen die Studierenden auswählen können, werden in Projektgruppen über zwei Semester erarbeitet.

Das 6. und 7. Semester sieht Aspekte der internationalen und kultursensiblen Heilpädagogik, sowie der Heilpädagogik als Inklusions- und Partizipationswissenschaft vor. Ein besonderes Merkmal des Studiengangs Heilpädagogik an der KH Freiburg ist die Studienintegrierte Praxis: Die Studierenden arbeiten in unserem Heilpädagogischen Zentrum oder in den Einrichtungen unserer Kooperationspartner aus der Praxis. Diese praktische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Menschen mit Beeinträchtigungen wird durch wöchentliche Beratungsgruppen intensiv begleitet. Den Abschluss des Studiums bildet die Bachelorarbeit zu einem selbstgewählten aktuellen Thema der Heilpädagogik / Inclusive Education.

 

Heilpädagog*innen arbeiten weitgehend eigenverantwortlich im Rahmen institutioneller und rechtlicher Vorgaben. Sie sind in interdisziplinären Teams mit anderen Fachleuten für die Ermittlung des heilpädagogischen Assistenz- bzw. Betreuungsbedarfes (Diagnostik, Förder- und Therapieplanung) und die didaktische Durchführung heilpädagogischer Methoden zuständig. Dafür werden sie im Studium umfassend vorbereitet. Darüber hinaus werden ihnen Anleitungs-, Lehr- und Leitungsaufgaben im Berufsfeld übertragen. Auch dafür erwerben sie im Studium der Heilpädagogik wichtige Kompetenzen.

Heilpädagog*innen sind in der Eingliederungshilfe und der Jugendhilfe, in freien Praxen sowie im Gesundheitswesen und in der Altenhilfe tätig; meist sind das:

  • Frühförderstellen
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Heilpädagogische Tagesgruppen oder Tagesstätten
  • Inklusive Kindergärten und Kindertagesstätten
  • Heilpädagogische Horte und Pflegestellen
  • Heilpädagogische Praxen (u.a. in Zusammenarbeit mit kinderärztlichen, logopädischen, ergotherapeutischen oder krankengymnastischen Praxen)
  • Erziehungs- und Familienberatungsstellen, Unabhängige Teilhabeberatungsstellen
  • Betreute Wohnformen in der Jugendhilfe
  • Betreute Wohnformen für erwachsene Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Ausbildungsstätten und Fortbildungszentren für junge Erwachsene
  • Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Praxen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Einrichtungen der Rehabilitation nach Unfall oder schwerer Erkrankung
  • Neurologische, sozialpsychiatrische und gerontopsychiatrische Einrichtungen

 

Über Form und Inhalt der Bewerbung und über die Bewerbungsfristen informiert Sie die Seite Bewerbung. Von dort werden Sie auch direkt zum Bewerbungsportal HISinOne weitergeleitet.

Wenn Sie eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung haben, finden Sie Informationen im Bereich Internationales/ Wege an die KH Freiburg.

Die allgemeinen Semestertermine finden Sie hier. 

Haben Sie Fragen?
Dann sprechen Sie uns an!
Studiengangsleitung B.A. Heilpädagogik
Prof. Dr. phil. Jens Jürgen Clausen
Studiengangsbüro
Beate Spingler / Annette Scheydecker