Fachtag „Angewandte Gerontologie“


03.07.2018 | Projekt „Zukunft Alter: Wissenschaftliche Weiterbildung und Verbundmaster Angewandte Gerontologie“

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Fachtages „Angewandte Gerontologie – Bedeutung des Sozialraums für Autonomie und Gesundheit im Alter“, welcher im Rahmen des Verbundprojektes „Zukunft Alter: Wissenschaftliche Weiterbildung und Verbundmaster Angewandte Gerontologie“ am 25. Juni 2018 an der Katholischen Hochschule Freiburg stattfand. Rund 60 Teilnehmer*innen folgten vormittags drei Fachvorträgen, die sich thematisch an den oben genannten Fragestellungen orientierten, um sich nachmittags zu den Themen in Workshops auszutauschen.

Prof. Dr. Dörte Naumann verdeutlichte in ihrem Vortrag die heterogenen und sozial ungleichen regionalen Anforderungen im demografischen Wandel. Sie zeigte die ungleichen Bedarfslagen auf, die aus den regionalen Disparitäten resultieren und die darüber hinaus durch eine Renaissance der Städte im Sinne einer zunehmenden Spaltung auftreten könnten. Hierdurch wiederum ergäbe sich ein Bedeutungszuwachs von kommunaler, sozialraumorientierter und Gemeinwesenarbeit.

Prof. Dr. Martina Schäufele von der Hochschule Mannheim zeigte im Rahmen ihres Vortrags auf der Grundlage einer Studie auf, welche Probleme und Herausforderungen sich bei demenzerkrankten Personen im Allgemeinkrankenhaus, bereits bei schwach ausgeprägten Formen der Demenz, ergeben. Sie hält eine Sensibilisierung und Qualifizierung der Mitarbeiter*innen als unabdingbar, um erste Stadien der Demenz früh genug zu erkennen und adäquat auf die verschiedenen Ausprägungen der Demenz reagieren zu können.

Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule Freiburg hob in ihrem Vortrag die Bedeutung des sozialraumorientierten Arbeitens hervor, um gelingendes und selbstbestimmtes Alter(n) im Quartier möglich zu machen und dem Pflegenotstand entgegen zu wirken. Sie zeigte die Möglichkeit auf, zwischen privater Lebensführung und öffentlicher Daseinsvorsorge insofern zu vermitteln, als dass eine Verteilung der Pflege- und Fürsorge-Verantwortung auf mehrere Schultern (professioneller Art, familiäres und ehrenamtliches, nachbarschaftliches Engagement) notwendig sei.

Die Workshops, die sich thematisch am Titel des Fachtages ausrichteten, wurden von Dozent*innen der drei Wissenschaftlichen Weiterbildungen (Altern in Sozialraum und Quartier – Kommunale Beratung und Vernetzung; Multidisziplinäre Interventionsgerontologie und Gerontopsychiatrie; Gesundheit – Case Management und Planung) durchgeführt.

Der Fachtag ist eine Initiative der am Projekt „Zukunft Alter: Wissenschaftliche Weiterbildung und Verbundmaster Angewandte Gerontologie“ beteiligten Hochschulen (Katholische Hochschule Freiburg, Hochschule Mannheim, Katholische Stiftungshochschule München). Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Auf- und Ausbau von Strukturen der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Baden-Württemberg“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.

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