DEKOS – Demografiebezogene Koordination im Sozialraum

Die Frage, wie gelingendes Altern im Quartier funktionieren kann, stellt sich angesichts der demografischen Entwicklung zwangsläufig. Ein in der Praxis sehr bewährter Ansatz ist der des sozialraumorientierten Arbeitens, was sich jedoch aufgrund heterogener Struktur- und Kontextbedingungen von Quartier zu Quartier, wie auch von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich ausdifferenzieren kann.

Im Projekt DEKOS sollen durch die Projektpartner - Stiftungsverwaltung Freiburg und Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V. - koordinierende Netzwerkstrukturen im Sinne eines Sozialraummanagements in zwei völlig unterschiedlichen Freiburger Stadtteilen (Littenweiler/Waldsee und Landwasser) aufgebaut und implementiert werden. Diese Wohnquartiere unterscheiden sich nicht nur wesentlich in ihrer Bebauung, sondern auch hinsichtlich ihrer Bevölkerungsstruktur.

Die aufzubauenden Koordinierungsstellen sollen die Entwicklung der Altenarbeit vor Ort stärken und zugleich Anlaufstellen für die BewohnerInnen sein. In Kooperation mit bürgerschaftlich Engagierten, die durch die Mitarbeiter der Koordinierungsstellen geschult werden, soll sowohl der Zugang zu nachbarschaftlichen Unterstützungsstrukturen erleichtert als auch der Aufbau sozialräumlicher Strukturen gefördert werden. Darüber hinaus sollen die verschiedenen bürgerschaftlichen Aktivitäten vor Ort gebündelt und miteinander besser vernetzt werden. Auch sich entwickelnde Initiativen können so schon in der Entstehung entscheidend unterstützt werden.

Gemeinsam mit den genannten Projektpartnern und dem Seniorenbüro der Stadt Freiburg wird an das Wissen der Vorgängerprojekte „VEGA – Verantwortungsgemeinschaften für gelingendes Altern im Quartier“ und „Pflegemix in Lokalen Verantwortungsgemeinschaften“ angeknüpft und die Vorerfahrungen somit kontinuierlich erweitert.

Die Katholische Hochschule Freiburg wird den Arbeits- und Umsetzungsprozess im jeweiligen Stadtteil evaluieren. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Erforschung der Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, die für den gelingenden Aufbau solcher Koordinierungsstellen notwendig sind. Ebenfalls im Blickpunkt steht die Fragestellung nach den unterschiedlichen Rollen und Aufgaben, die die einzelnen VertreterInnen aus Politik, Bürgerschaft und privater bzw. freier Dienstleister übernehmen, um die Ressourcen ihres Quartiers in positiver Weise nutzen. Auf diesem Wege soll ein Konzept erarbeitet werden, von dem andere Quartiere und Kommunen profitieren können, um selber ein derartiges Sozialraummanagement umsetzen zu können.

Dem Forschungsdesign liegt ein Methodenmix zugrunde, sodass im Projektverlauf sowohl zu mehreren Erhebungszeitpunkten qualitative Methoden eingesetzt als auch quantitative Erhebungsinstrumente entwickelt werden, um etwa die Bedarfe der BürgerInnen in den Stadtteilen zu erheben und das Schulungs- und Begleitprogramm der Koordinierungsstellen zu evaluieren.
 

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff 
cornelia.kricheldorff@kh-freiburg.de

 

Akademischer Mitarbeiter

Tjard de Vries - tjard.devries@kh-freiburg.de
 

Laufzeit

2015-2018

Gefördert von: