Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement ist ein integraler Bestandteil und eine Grundfunktion von Management an unserer Hochschule. Das hochschulinterne Qualitätsmanagement der KH Freiburg (HiQ) trägt dazu bei, geeignete Rahmenbedingungen zur Qualitätsentwicklung zu schaffen und Maßnahmen der Qualitätssicherung umzusetzen. Um Leistungen und Angebote systematisch zu verbessern und dabei ein Höchstmaß an Dialog und Multiperspektivität gewährleisten zu können, strukturieren wir das hochschulinterne Qualitätsmanagement nach dem international anerkannten Modell der Europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement (EFQM). Der EFQM-Ansatz folgt als moderne europäische Umsetzung eines umfassenden Qualitätsmanagements der Idee des ‚Total-Quality-Management‘ (TQM) und nimmt vielschichtige Entwicklungen einer Organisation in den Blick. 
Mit dem EFQM-Modell ist an unserer Hochschule ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das eine zielgerichtete und kontinuierliche Optimierung der Qualität von Studium, Lehre, Forschung und Weiterbildung sowie von zentralen Service- und Beratungseinrichtungen betreibt (für mehr Informationen zum EFQM siehe unten). 

 

Der EFQM-Ansatz bündelt in sich drei Bausteine: 

  • Zum einen benennen acht Grundkonzepte der Excellence Erfolgskriterien exzellenter Organisationen

1.    Nutzen für Kund*innen schaffen
2.    Die Zukunft nachhaltig gestalten
3.    Die Fähigkeit der Organisation entwickeln
4.    Kreativität und Innovation fördern
5.    Mit Vision, Inspiration und Integrität führen
6.    Veränderungen aktiv managen
7.    Durch Mitarbeitende erfolgreich sein
8.    Dauerhaft herausragende Ergebnisse erzielen

  • Zum anderen stellt das EFQM Excellence Modell ein Kriterienmodell dar, das als Themenraster für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung dient. Das Modell unterscheidet zwei Arten von Qualitätskriterien: die sogenannten „Befähiger-Kriterien“, mit deren Hilfe systematisch bewertet wird, was eine Organisation tut, und die „Ergebnis-Kriterien“, mit denen die erreichten Ergebnisse dieser Organisation aus verschiedenen Perspektiven bewertet werden. 
     
  • Schließlich bildet die EFQM RADAR®-Logik (Results (Ergebnisse), Approach (Vorgehensweise), Deployment (Umsetzung), Assessment and Refinement (Bewertung und Verbesserung) den Führungsregelkreis ab, der skalierte Reifegradbewertungen von Prozessen ermöglicht.

Seit dem Jahr 2010 ist die Katholische Hochschule Freiburg Mitglied der EFQM und verpflichtet sich damit, die international anerkannten Qualitätskriterien der Europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement anzuwenden. Dazu gehört die Verpflichtung zu Beteiligung und Transparenz in der Entwicklung konkreter Verbesserungsmaßnahmen.
Auf den Prüfstand kommen dabei alle Kernprozesse in Lehre, Forschung und Weiterbildung, ebenso wie die dazu notwendigen Unterstützungs-Prozesse in Management, Service und Verwaltung. Im Zentrum dieses kontinuierlichen Verbesserungsprozesses stehen regelmäßige Selbstbewertungen der Hochschule sowie daraus abgeleitete Verbesserungsmaßnahmen.
Im Oktober 2016 wurde die Katholische Hochschule Freiburg als erste Hochschule in Deutschland von der Initiative Ludwig-Erhard-Preis (ILEP) mit dem Gütesiegel ‚Recognised for Excellence*** (3 Sterne)’ der Europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement (EFQM) ausgezeichnet. Diese Qualitätsauszeichnung wird an Organisationen verliehen, die im Rahmen eines Validierungsprozesses aufzeigen können, dass sie bei der Umsetzung der Prinzipien des EFQM Excellence Modells einen fortgeschrittenen Reifegrad erreicht haben.
Um unsere Hochschule auch im Sinne unserer Studierenden und Mitarbeitenden zu verbessern, wurde ein Ideen- und Vorschlagsmanagement integriert. Hier kann jedes Hochschulmitglied (Verbesserungs-)Vorschläge und Ideen einbringen, um das Lernen, Arbeiten und das Miteinander an der Katholischen Hochschule Freiburg stetig zu verbessern.
Im Sinne dieser Verpflichtung wird die Katholische Hochschule Freiburg Qualität auch in Zukunft sichern und weiterentwickeln.

Das Qualitätsmanagement entwickelt und verbessert Prozesse und Strukturen an unserer Hochschule entlang des universellen PDCA-Modells (Regelkreis aus Plan (Planen)-Do (Ausführen)-Check (Überprüfen)-Act (Anpassen), auch „Demingkreis“ genannt). An dieses grundlegende Prozessmodell knüpft auch die EFQM RADAR®-Logik (Results (Ergebnisse), Approach (Vorgehensweise), Deployment (Umsetzung), Assessment and Refinement (Bewertung und Verbesserung) an, entlang derer die Organisation und das Management hochschulweiter Prozesse ausgerichtet ist. Das Prozessverständnis des HiQ entspricht der EFQM RADAR-Logik und lässt sich graphisch wie folgt festhalten:

Abb. 1: HiQ Prozessverständnis entsprechend der EFQM RADAR®-Logik (eigene Darstellung in Anlehnung an EFQM 2013)

Um Entwicklungs- und Verbesserungsprozesse an unserer Hochschule effektiv gestalten und steuern zu können, arbeitet das HiQ mit unterschiedlichen Befragungsinstrumenten. Vor dem Hintergrund des EFQM Ansatzes werden aus den daraus gewonnenen Ergebnissen Vorgehen und Konzepte entwickelt, die auf eine Prozess- und Strukturoptimierung abzielen. Nach der Umsetzung bestimmter Maßnahmen werden die angestoßenen Prozesse bspw. hinsichtlich ihrer Effektivität und Intensität bewertet und überprüft. Anschließend werden Verbesserungen vorgenommen und Qualitätsentwicklungs- und -sicherungsprozesse angepasst, um deren Effizienz und Erfolg zu maximieren. Schließlich wird der Stand und Ergebnisse der Entwicklungsprozesse durch das HiQ in unterschiedlichen Formaten rückgemeldet.

Abb. 2: Befragungsinstrumente des HiQ zu Studium und Lehre

Bei dem vom Wissenschaftsrat durchgeführten Akkreditierungsverfahren handelt es sich um ein Verfahren zur Qualitätssicherung. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob eine nichtstaatliche Hochschuleinrichtung in der Lage ist, Leistungen in Lehre und Forschung zu erbringen, die anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben entsprechen. Jede Hochschule in nichtstaatlicher Trägerschaft in Deutschland soll mindestens einmal eine institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat erfolgreich durchlaufen. Die Akkreditierung ist die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung der Hochschule durch das jeweilige Sitzland.
Das erste Verfahren zur institutionellen Akkreditierung fand im Jahr 2004 statt. In der Stellungnahme vom 28. Januar 2005 des Wissenschaftsrates wurde die institutionelle Akkreditierung der KH Freiburg für den maximal möglichen Zeitraum von 10 Jahre empfohlen.
Die Vorgaben des Wissenschaftsrates sehen eine einmalige Reakkreditierung vor. Diese fand im Jahr 2014 statt. Am 27. Oktober 2014 veröffentlichte der Wissenschaftsrat seine Stellungnahme zur Reakkreditierung der Katholischen Hochschule Freiburg. Die KH Freiburg wurden für fünf Jahre mit drei Auflagen reakkreditiert. Es wurde auch festgelegt, dass die Hochschule für 10 Jahre reakkreditiert wird, wenn binnen eines Jahres, d.h. bis Ende Sommersemesters 2015, die Auflagen erfüllt werden. Die Umsetzung der Auflagen bestätigte der Wissenschaftsrat in seiner Sitzung am 10. und 11. März 2016. Damit ist die KH Freiburg zum zweiten Mal für 10 Jahre akkreditiert worden. Daher ist nun kein weiteres Verfahren zur institutionellen Reakkreditierung notwendig.
Alle Stellungnahmen des Wissenschaftsrats zur Akkreditierung und zur Reakkreditierung sind auf der Homepage des Wissenschaftsrats einsehbar.

Als erste kirchliche Hochschule in Deutschland und als Erste in Freiburg hat die Katholische Hochschule Freiburg die Anforderungen des Deutschen Akkreditierungsrates zur Systemakkreditierung erfüllt. Seit dem 30.04.2015 ist sie für sechs Jahre, bis zum 30.09.2021, systemakkreditiert.
Akkreditiert wurde das interne Qualitätssicherungssystem der Katholischen Hochschule Freiburg im Bereich von Studium und Lehre. Das Qualitätssicherungssystem der Katholischen Hochschule Freiburg ist demnach geeignet, das Erreichen der Qualifikationsziele und die Qualitätsstandards der Studiengänge zu gewährleisten (siehe Gutachten zur Systemakkreditierung der Katholischen Hochschule Freiburg vom 20.05.2015).
Bislang wurden alle Studiengänge durch die Akkreditierungsagentur im Bereich Gesundheit und Soziales (AHPGS) akkreditiert. Eine Akkreditierung ist Voraussetzung für die staatliche Genehmigung eines Studiengangs. Dazu wurden die Studiengänge im Rahmen eines Akkreditierungs- oder Reakkreditierungsverfahrens einzeln extern überprüft.
Die Katholische Hochschule hat hiermit gezeigt, dass sie ein leistungsfähiges Qualitätssicherungssystem hat und in der Lage ist, Studiengänge zu entwickeln und anzubieten, die den europäischen und nationalen Vorgaben von  Kultusministerkonferenz, Hochschulrektorenkonferenz und Akkreditierungsrat genügen. Somit können ab sofort Studiengänge intern akkreditiert und reakkreditiert werden. Diese Aufgabe übernimmt eine eigens eingerichtete Senatskommission, die um externe Gutachter*innen erweitert wird. Sie überprüft die Studiengänge darauf, ob sie den genannten Vorgaben und den Richtlinien zur Studiengangsentwicklung, die sich die Hochschule gegeben hat, entsprechen.
„Im Verfahren der Systemakkreditierung,“ so der Wortlaut der durchführenden Akkreditierungsagentur AHPGS, „wurden durch externe Gutachterinnen und Gutachter die für Studium und Lehre relevanten Strukturen und Prozesse der Katholischen Hochschule Freiburg geprüft und festgestellt, dass sie eine hohe Qualität der Studiengänge gewährleisten.“ Den  Bewertungsbericht sowie die  Urkunde können Sie online einsehen.

Aufgrund der Systemakkreditierung ist die Katholische Hochschule Freiburg berechtigt, Studiengänge, die Gegenstand eines internen Qualitätssicherungsverfahrens nach den Vorgaben des akkreditierten Qualitätssicherungssystems waren, eigenverantwortlich zu (re-)akkreditieren. Wesentlicher Bestandteil des internen Qualitätssicherungsverfahrens ist die Akkreditierungsordnung, die sich die Katholische Hochschule Freiburg gegeben hat. Nach ihr erfolgt die interne (Re-)Akkreditierung der Studiengänge.
Seit 2018 sind alle laufenden Studiengänge an der Katholischen Hochschule akkreditiert und haben dieses Verfahren somit mindestens einmal durchlaufen. 

Intern reakkreditiert wurden bislang die Studiengänge:

 

Wesentlicher Teil eines Qualitätsmanagements, das sich an der EFQM RADAR-Logik orientiert, ist das „Assessment and Refinement“, das regelmäßige Bewerten und Verbessern von Ergebnissen. Dies wird an unserer Hochschule unter anderem durch verschiedene Formen von Evaluationen umgesetzt. Der Schwerpunkt liegt diesbezüglich auf den Lehrevaluationen, die in Form von Lehrveranstaltungsevaluationen und Modulevaluationen stattfindet. Lehrveranstaltungsevaluationen finden nach Anregung von u.a. Dozierenden, Studierendenvertreter*innen aus den Studienbereichskommissionen, Studiengangsleitungen oder dem Prorektorat Lehre statt. Die Modulevaluationen fokussieren die Konzeption des Studienganges und finden regelmäßig in ausgewählten Studiengängen zum Semesterende statt. Je Studiengang entsteht hier mindestens ein dreijähriger Turnus. Auch die an der Hochschule stattfindenden und vom Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung durchgeführten Weiterbildungen sind in ein Evaluationskonzept eingebunden. Das Konzept für die Lehrevaluation ist in der Evaluationsordnung festgehalten. Sollten Sie Interesse an einer Lehrevaluation haben, treten Sie mit dem HiQ in Kontakt qualitaet@kh-freiburg.de.
Im Sinne des EFQM-Modells finden zyklisch weitere Evaluationen von wichtigen Bezugsgruppen statt, dies betrifft die studierendenbezogenen Ergebnisse (Umfrage zu Studienzufriedenheit und Umfrage zu Berufseinstieg und Studium bei den Alumni), die mitarbeitendenbezogenen Ergebnisse (Umfrage zu Mitarbeitendenzufriedenheit und -belastung) und die gesellschaftsbezogenen Ergebnisse (Umfrage zum gesellschaftlichen Engagement der Mitarbeitenden). 
Darüber hinaus werden durch das HiQ punktuell Evaluationen bei relevanten Bezugsgruppen durchgeführt, zum Beispiel zum Thema Studieren mit Beeinträchtigung.

Eine übergreifende Möglichkeit sich an der Gestaltung des Hochschulalltags zu beteiligen, stellt das Ideen- und Verbesserungsmanagement des HiQ dar. Anregungen und Verbesserungsvorschläge können auf StudIP von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschule eingegeben werden. 
Das HiQ bietet für Studierende unterschiedliche Formate an, um sich aktiv am Hochschulleben zu beteiligen. Ihre Ansprechpersonen aus dem HiQ zum Thema studentische Beteiligung sind Mareike Jänicke (mareike.jaenicke@kh-freiburg.de) und Tom Weidenfelder (tom.weidenfelder@kh-freiburg.de). 

  • Die studentische Peer Beratung des Hochschulinternen Qualitätsmanagements unterstützt Studierende bei Fragen zum Thema studentisches Leben und schafft Möglichkeiten zur Mitgestaltung des Hochschulalltags.
     
  • Der KH Pier ist ein Zusammenkommen und Austauschen über Aktivitäten, Projekte und Einrichtungen der Hochschule. Er findet 1-2-mal im Monat donnerstags, 13:05 Uhr im Erdgeschoss des Haus 2 statt, jedes Mal unter einem speziellen Thema zu aktuellen Geschehnissen an der KH. 
     
  • Im Peer Mentoring Projekt begleiten und unterstützen Studierende aus den höheren Semestern (Mentor*innen) Studierende aus dem ersten Semester (Mentees). Mentor*innen sind Ansprechpartner*innen für ein Semester lang in Fragen rund um das studentische Leben an der KH Freiburg. Du kannst auch ein*e Mentor*in werden! Bei Interesse bitte eine Mail an peer-kontakt@kh-freiburg.de schreiben.
Weitere Infos und Möglichkeiten sowie Ansprechpersonen für studentische Beteiligungen und Initiativen

Das HiQ hat vom 20. bis 22. Mai 2019 eine EFQM-InHouse-Schulung für Mitarbeitende, Lehrende und Studierende angeboten. Für die Durchführung der dreitägigen Schulung konnte das HiQ Herrn Dr. André Moll, Leiter der ILEP e.V. (Initiative Ludwig Erhard Preis e.V.), gewinnen.

Am ersten Schulungstag wurden die Teilnehmenden in Grundlagen und Denkweisen des EFQM Excellence Modells eingeführt und Einblicke in die Anwendung des Modells an unserer Hochschule durch das HiQ vorgestellt. Am zweiten Tag haben die Teilnehmenden auf Grundlage der vermittelten EFQM Kriterien in Kleingruppen Organisationsmodelle der KH Freiburg erarbeitet, die anschließend vorgestellt und von den Teilnehmenden gemeinsam diskutiert wurden. Am dritten Schulungstag wurden Assessmentsituationen simuliert, bei denen die Teilnehmenden jeweils die Rollen von Assessor*innen (Interviewer*innen) und Vertreter*innen der Hochschule (Befragte) einnehmen konnten. Dadurch sollte die EFQM-Bewertungspraxis für die Schulungsteilnehmenden erfahrbar werden.

An der Schulung haben bereits zertifizierte Assessor*innen teilgenommen, durch die Teilnahme an allen 3 Tagen konnten jedoch auch vier neue Assessor*innen durch die ILEP ausgezeichnet werden.

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